Impuls zum 15. Februar 2026
Von Odilo Metzler (Stuttgart), pax christi-Bundesvorsitzender
Der Wandel sind wir
1. Lesung: Jesus Sirach 15,15-20
Vor den Menschen liegen Leben und Tod, was immer ihm gefällt, wird ihm gegeben.
2. Lesung: 1 Korinther 2,6-10
Wir verkünden nicht Weisheit der Machthaber dieser Welt, vielmehr das Geheimnis der verborgenen Weisheit Gottes.
Evangelium: Matthäus 5,17-37
Eure Rede sei Ja, ja, nein, nein! Alles andere ist vom Bösen.
Auslegung in Reimen
Wenn Furcht und Sorg´ das Herz erfassen
Kann man das Leben leicht verpassen.
Eugen Roth hat´s schon beschrieben,
wie Schwarzseher am Unheil kleben:
Ein Mensch denkt jäh erschüttert dran,
was alles ihm geschehen kann
an Krankheits- oder Unglücksfällen,
um ihm das Leben zu vergällen.
Hirn, Auge, Ohr, Zahn, Nase, Hals;
Herz, Magen, Leber ebenfalls,
Darm, Niere, Blase, Blutkreislauf
zählt er bei sich mit Schaudern auf,
bezieht auch Lunge, Arm und Bein
nebst allen Möglichkeiten ein.
Jedoch, sogar den Fall gesetzt,
er bliebe heil und unverletzt,
ja, bis ins Kleinste kerngesund,
wär doch zum Frohsinn noch kein Grund,
da an den Tod doch stündlich mahnen
Kraftfahrer, Straßen-, Eisenbahnen;
selbst Radler, die geräuschlos schleichen,
sie können tückisch dich erreichen.
Ein Unglücksfall, ein Mord, ein Sturz,
ein Blitz, ein Sturm, ein Weltkrieg – kurz,
was Erde, Wasser, Luft und Feuer
in sich birgt, ist nie ganz geheuer.
Der Mensch, der so des Schicksals Macht
ganz haargenau bei sich durchdacht,
lebt lange noch in Furcht und Wahn
und stirbt – und niemand weiß, woran.“
Soweit Eugen Roths Gedicht
von des Schwarzsehers düst´rer Sicht,
der Tag um Tag und Jahr für Jahr
in jeder Suppe sieht ein Haar.
Lasst lieber uns die Zeit genießen
Und nicht vor Angst den Schlaf verdrießen.
Drum freut euch über euer Leben.
Es ist uns geschenkt gegeben
Ist das nicht sehr krass,
was Jesus uns lehrt?
Kommt das euch zu-pass
Oder fühlt ihr euch beschwert?
Wie gelingt unser Leben,
das Wir und das Du,
das Nehmen und Geben?
Win-win wär´der Clou…
Der Streit ist zwar nötig
In der Demokratie,
doch ebenso stetig
eine Kompromiss-Strategie.
Wir brauchen auch Regeln
wie Wahrheit und Recht.
Denn Täuschen und Mogeln
macht jede Macht schlecht.
Gemeinschaft zu stärken
macht Jesus klar.
Denn menschliche Würde
Ist unantastbar.
Er will nicht aufheben
Recht und Gesetz.
Sie sollen dienen dem Leben
und seinem Schutz.
Das Gebot, nicht zu töten,
meint nicht erst den Mord.
Schon das Herz soll sich hüten,
denn die Tat beginnt dort.
Andere herunterzusetzen
kann Rufmord schon sein
und das Hetzen in Netzen
führt in´s Unheil hinein.
Jesus geht es um Heilung,
wo Beziehung gestört.
So soll sich versöhnen,
wer zur Gemeinschaft gehört.
Das meint auch den Gegner,
der gerichtlich vorgeht,
wart nicht mit Zögern,
sonst kommst du zu spät.
Aus Jesu Worten zur Ehe
entstand ´ne Hypermoral.
Die konnt´ nicht verstehen,
dass er Befreiung befahl.
Die Ehe war damals
Teil des Patriarchats,
die Frau Besitz des Mannes,
er befahl und sie tat.
Er konnt´ sie entlassen,
wenn sie nicht mehr genehm.
Dies als Ehebruch zu fassen
entlarvt das Herrschaftssystem.
Jesus geht´s um Vertrauen,
Beziehung, Respekt.
Mit dem Herzen zu schauen
was der andere trägt.
Ihr sollt auch nicht schwören,
euer Ja sei ein Ja!
Ihr würdet Vertrauen zerstören,
wenn nur Schwurworte wahr.
Der Wandel sind wir,
unser Herz, unser Leben,
wenn wir das kapiern
wir den Himmel erstreben.
Wir sollen nicht bangen
In all unsern Krisen.
Um den Himmel zu erlangen,
soll Gerechtigkeit fließen.
So lasst uns bestärken,
was Freude uns macht
und ruhn von den Werken,
und schlafen bei Nacht.
Am liebsten würden die Augen wir schließen
vor den immer neuen Krisen.
Corona, Ukraine, Gaza, Iran,
Wirtschaftsflaute, Bundesbahn,
Als reichte das nicht,
kam wieder der Trump
wie ein Bösewicht
aus dem Dschungelcamp.
Ein Milliardär,
dem Verlierer vertrauen,
als könnt ein Problembär
Paradiese erbauen.
Ihm geht´s um sein Ego,
um Macht und um Geld
wie ein Mafia-Amigo
erpresst er die Welt.
Er scheint zu genießen,
wenn Schutzlose leiden,
lässt Demonstranten erschießen
Migranten vom Leben abschneiden.
Er zerstört, was bisher
in Jahrzehnten gewonnen
US-Aid, Obama-Care
Haut er in die Tonne.
Er sieht sich wohl als Teil der Kraft,
die Böses will und Gutes schafft.
wie Mephisto, der verneint
was als Schöpfung gut gemeint.
Der bei allem, was entsteht,
will, dass es zugrunde geht;
So ist, was man das Böse nennt,
sein eigentliches Element.
Frieden sieht er als ein Spiel,
das ihm nützt, er nennt es Deal,
Ukraine, Gaza, Grönlands Wahl,
die Menschen sind ihm scheißegal.
Fake-News, Wahrheit gilt so viel
Wie es ihm nützt in seinem Spiel.
Doch sein Ego macht ihn heiß:
Er braucht den Friedensnobelpreis.
Die Macht Trumps im Land
gründet auf Angst, Hass und Wut.
Was die Menschen verband
ist nicht länger gut.
Du bekommst, was du wählst,
lautet Gottes Gebot,
das, worauf du zählst,
wählt zwischen Leben und Tod.
Tod und Leben, Krieg und Frieden
werden geplant, nicht vom Schicksal beschieden
oder verwandelt durch Menschen mit Mut,
die verantwortlich sind und auf der Hut.
Es gibt Gewinn- und Macht-Interessen,
Kriegspropaganda mit Guten und Bösen,
statt Spannungen und Konflikte zu lösen
soll man im eignen Auge den Balken vergessen.
So wird gerüstet auf Teufel komm raus,
mit Schulden, genannt Sondervermögen,
dem Unwort des Jahres mit Täuschung und Lügen,
geborgt von den Enkeln, die baden es aus.
Fünf Prozent vom Brutto-Inlandsprodukt
wird verwendet, um Trump zu gefallen.
Da es den überhaupt nicht mehr juckt
zielen sie nun auf Russland vor allen.
Das wär´ fast die Hälfte der Bundesfinanzen
Rüstungsausgaben bring´n niemand voran,
weder Klima- noch Armutsbilanzen,
sie heizen den Rüstungswettlauf nur an.
Die Schulden sind dann zurückzuzahlen,
von den Jungen, die weniger sind.
Was ihnen bleibt, können sie sich ausmalen,
die sichere Zukunft verwehet im Wind.
Jetzt kommen Vorschläge,
bei Armen zu spar´n
Sie seien unflexibel und träge,
der Sozialstaat sei nicht zu bewahr´n.
Teilzeitarbeit sei abzuschaffen,
Zähne zu richten zahle jeder privat.
Bei Armen sieht man dann Zahnlücken klaffen,
Das empfiehlt der CDU-Wirtschaftsrat.
Im Südwesten wird schon nervös die Partei,
Da wird in drei Wochen der Landtag gewählt.
Das Ganze eine Schnapsidee sei,
sagt Spitzenkandidat Hagel gequält.
Ein Merz allein macht noch keinen Sommer
Ein Klingbeil spielt noch keine Musik.
Den Herbst der Reformen hat keiner vernommen
Pannen erinnern die Ampel zurück.
Die Ampel war ein Experiment,
drei Farben, die regeln, wer rückt,
doch wenn jede gleichzeitig brennt,
macht das alle Leute verrückt.
Das ist auch für Schwarz-Rot ein Problem,
was fördert Leben, was eint?
War´s in der Opposition doch bequem,
wenn Merz nun das Gegenteil meint.
Dobrindt schürt Angst vor Menschen von fern,
Manche, die kamen, sind wieder am Geh´n.
Zuwand´rung braucht´s, weiß fast jedes Hirn,
sonst kollabiert das Versorgungssystem.
Andere Länder sind mehr intelligent,
schaffen ´ne Willkommenskultur,
Politik, die nach Stimmungen rennt,
die sie schuf, verschärft die Probleme nur.
Es ist nicht egal, was wir tun oder sei´n,
wähle Leben, nicht Tod!
dein Ja sei ein Ja, dein Nein sei ein Nein
Nur so kommt die Erde, die Menschheit ins Lot.
Und suche Vertrauen,
Beziehung, Respekt.
Mit dem Herzen zu schauen,
was Gemeinsamkeit weckt.
Hoffnung verbindet
und sucht nach dem Weg,
der Auswege findet
und Zuversicht hegt.
Hoffnung macht Mut, auf Frieden zu setzen,
dass Russen und Ukrainer sich nicht mehr verletzen,
auch Israelis und Palästinenser von Herzen sich schätzen,
wie Franzosen und Deutsche sich längst nicht mehr fetzen.
Hoffnung sagt auch, wir Menschengeschwister
brauchen Feinde nicht sein, die dunkel und düster
sich wünschen viel Böses, Pech und Gewalt,
wir können uns lösen von Feindschaft, die galt.
Wir sind Gottes Kinder, wo immer wir sind,
wenn wir uns versöhnen, diese Kindschaft beginnt.
Wo Kriege wir planen, bekämpfen wir Gott,
keine Erlösung ist der anderen Tod.
Drum sag Ja zum Leben
und wähl nicht den Tod!
Dein Ja sei ein Ja
zum Leben, zu Gott.
Gebet
Gott, ich bitte dich um Freude,
dass ich nicht die Zeit vergeude,
lass mich steh´n in deinem Licht
und leben in der Zuversicht.
Wir sehnen uns für uns´re Erde,
dass Friede und Versöhnung werde,
wo Rache und Vergeltung tobt.
Jesus hat uns vorgelebt
den Glauben: selbst im Gegner ist
die Kraft zum Guten ganz gewiss.
Lass davon unser Herz erwärmen
und den Mund vom Frieden schwärmen.
Segne und behüt´ uns alle,
sei uns Licht, dass keiner falle.
Sei uns gnädig, schenk uns Heil,
dein Himmel werde uns zuteil.
So bleib bei uns, der um uns weiß,
der treue Gott, sein guter Geist.